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Tarifvergleich Roaming innerhalb der EU im D-Netz

Telekom-Tarife

Seit 1. Juli wurden laut Beschluß der EU-Kommission die Endverbraucherpreise der Handytarife für das Telefonieren und das mobile Internet im europäischen Ausland auf einen geringeren Maximalwert heruntergesetzt, bevor im nächsten Jahr gar keine Roaming-Gebühren mehr berechnet werden dürfen. Grund genug, einmal den direkten Vergleich für die Kunden von Telekom und Vodafone im D-Netz zu suchen – worin unterscheiden sich die Kontrahenten?

Der erste Eindruck beim Blick in die Tariflisten sowohl bei der Telekom als auch bei Vodafone ist dann gleich ernüchternd: Eigentlich sollte alles schön übersichtlich sein, aber es sieht doch erstmal ziemlich verwirrend aus. Vieles steht im Kleingedruckten und man muß sich immer wieder auf eine weitere Seite durchklicken oder extra noch eine PDF-Datei öffnen, bis endlich etwas Konkretes zu erfahren ist. Deshalb versuchen wir hier eine Aufstellung, die deutlich zeigen soll, wie hoch letztendlich die Preise für ein Telefonat vom europäischen Ausland aus nach Deutschland sind und was das Surfen dort im Internet wirklich kostet.

1. Telefonieren innerhalb der EU

Abgehende Gespräche

Und damit das erstaunliche Ergebnis: Die reinen Minutenpreise sind bei der Telekom und Vodafone gleich. Deshalb kostet das Telefonieren im EU-Ausland nach Deutschland oder innerhalb des Reiselandes für beide D-Netze:

1. Minute 3 Minuten 10 Minuten
1 Gespräch
10 Minuten
2 Gespräche
jede weitere Minute 60 Minuten
10 Gespräche
Preis in €
1,04 1,62 3,65 4,40 0,29 24,90

Anmerkung: Bei Vodafone gehören auch die Schweiz und die Türkei zu dieser EU-Ländergruppe, bei der Telekom nur die Schweiz, Türkei ist dann schon Ländergruppe 2. Dafür erlaubt Vodafone auch nur Verbindungen ins eigene Vodafone-Mobilfunknetz, das heißt bei Anrufen in andere Netze fallen zusätzlich die Inlandstarifkosten an.

Einen wichtigen Vorteil gibt es hier sowohl bei der Telekom als auch bei Vodafone: Die in den Heimattarifen enthaltenen Inklusivminuten können auch im Ausland verbraucht und angerechnet werden. Wer also von seinem Vertragskontingent noch freie Minuten übrig hat, der spart sich für dieseTelefonierzeit somit 29cent pro Minute. Fällig wird aber in jedem Fall extra die Gebühr von 75cent pro Gespräch. Nach Ende der Freiminuten gelten dann obige Preise.

Ankommende Gespräche

Auch diese im Ausland angenommenen Gespräche sind nicht kostenlos:
Bei  beiden D-Netzbetreibern gibt es dafür zwei Möglichkeiten. Entweder ist der Minutenpreis bis zur 60. Minute kostenlos, wobei dann hier aber jede einzelne Verbindung mit einem 75cent-Zuschlag belegt wird. So kostet dann die erste Stunde mit unterstellten 8 bis 10 Gesprächen auch etwa 5 bis 7,50€.  Ab der 61. Minute wird dann für 20cent pro Minute abgerechnet. Oder Möglichkeit zwei: Ab der ersten Minute werden 8cent pro Minute berechnet, die aber dafür ohne den Gesprächszuschlag.
Achtung: Auch für die ankommenden Gespräche können die nationalen Inklusivminuten in Anspruch genommen werden – das ist einerseits ein Vorteil, aber nur für Wenigtelefonierer, die dieses Kontingent nicht selbst zum Anrufen brauchen. Andererseits sind für alle anderen die Freiminuten damit umso schneller verbraucht.
Ein zweiter zu beachtender Fallstrick sind hier die geographischen Zuordnungen, denn Schweiz wird nur bei der Telekom und da auch nur bei den abgehenden Gesprächen im EU-Tarif abgerechnet. Die Türkei zählt in jedem Fall nicht mehr zu der günstigeren EU-Tarifzone. Vodafone bietet hier schon Tarife ab 61cent an, schränkt aber die Ländereinteilung gehörig ein und macht auch Unterschiede, ob im Ausland das Vodafone-Netz genutzt wird oder nicht. Ansonsten liegen die Preise ab 1,47€ für die abgehenden Telefonate bzw. ab ca. 69cent pro Minute für ankommende Gespräche. Deshalb sei es angeraten, für jedes Land genau nachzuprüfen, was hier dann leider doch viel zu weit führen würde. Auch die Taktung der Gespräche ist je nach Ländergruppe bzw. Tarif unterschiedlich und muß im einzelnen bei den beiden Anbietern genau beachtet werden.

Vodafone-Tarife

Pauschalangebote

Anhand obiger Tabelle kann man feststellen, ab welcher Gesprächsdauer es sich lohnt, die Zusatzangebote für Minutenpakete zu nutzen – und hier gibts dann erhebliche Unterschiede:

Telekom hat den Call 120 Smart Traveller für 12,95€ im Angebot, was auf 11cent pro Minute hinausläuft. Dazu kommen dann noch 10 bis 15€ Geprächsgebühren je nach Anzahl der geführten Telefonate, also insgesamt ergeben sich so dann rund 25€ oder etwa 20cent pro Minute. Bei dem erweiterten Paket Call 240 Smart Traveller stehen dann 240 Minuten für 19,95€ zur Verfügung, wodurch sich 8cent pro Minute errechnen lassen, zuzüglich aber plus angenommenen 15€ Zusatzgebühren für 20 Gespräche, also insgesamt 35€ oder rund 15cent pro Minute.

Vodafone machts etwas anders und bietet ein ReisePaketPlus an: Für 3€ pro Tag können die Kunden damit 100 Minuten telefonieren, dazu extra noch 100SMS verschicken und noch mit 100MB im Internet surfen. Wenn dieses Limit dann doch einmal überschritten wird, denn es gilt ja genauso für abgehende wie für ankommende Verbindungen, dann kosten Minute, SMS oder MB jeweils 20cent.

Diese beiden Paketangebote von Telekom und Vodafone lassen sich schlecht miteinander vergleichen. Rein optisch hat Vodafone hier das bessere Angebot, allerdings wird man das Kontingent nicht jeden Tag restlos verbrauchen und muß so einen Teil regelrecht verfallen lassen. Zählt man aber diese Preise nur für das Telefonieren, dann wird man im Prinzip wohl auch insgesamt für die Aufenthaltsdauer im Ausland auf 25 bis 40€ kommen. Damit liegt der Minutenpreis sogar nur etwa zwischen 3cent bis 6cent, wird aber wie angedeutet, als gesamtes Paket kaum voll ausgenutzt werden. Beide Anbieter liegen damit beim gesamten Preis mit der Gesamtkostenspanne von 25 bis 40€ am Ende doch wieder auf gleicher Höhe. Vodafone-Kunden haben zwar so ein größeres Telefonievolumen zur Verfügung als bei der Telekom plus der zur Nutzung freistehenden SMS- und Datenvolumina, das aber kaum vollständig ausgenutzt wird. Es ist also immer eine sehr individuelle Entscheidung, je nachdem wie oft und wie lange telefoniert werden soll.

2. Surfen innerhalb der EU

Fangen wir hier mit Vodafone an, weil schon genannt:
Das ReisePaketPlus für 3€ pro Tag beinhaltet die Nutzung von 100MB neben 100 Frei-SMS und 100 Telefonminuten und ist in allen EU-Ländern und sogar in der Schweiz und der Türkei buchbar. Allerdings sind dies die Konditionen nur für die Inhaber eines Red-Tarifes – wer einen anderen, älteren oder einen Prepaid-Tarif nutzt, kann nur die Hälfte des Kontingents 50Minuten/50SMS/50MB in Anspruch nehmen (auch nicht gerade Streicheleinheiten für treue Altkunden). Dafür gibts trotzdem eine absolute Empfehlung, wenn sich diese Aktivitäten bündeln lassen auf wenige Tage. So hat man beispielsweise an 7 Tagen für 21€ immerhin insgesamt 700 Gesprächsminuten plus 700 SMS plus 700MB für das Melden in die Heimat zur Verfügung – das dürfte mehr als ausreichend und auch als halbes Volumen für Nicht-Red-Kunden noch akzeptabel sein.
Für mehr Datenvolumen sind dann die Volumina einzeln zu 53,55cent pro MB oder 9,52cent pro SMS abrechenbar.
Außerhalb der EU-Länder ist Datenvolumen zu bekommen als 5MB in 24 Stunden für 15€ oder 10MB in 7 Tagen für 30€.
Bestandskunden können sogar noch ein weiteres Angebot nutzen: In 24 Stunden einen Verbrauch von 25MB für 2€ oder  50MB für 5€ für eine Gültigkeitsdauer von 7 Tagen buchen.

Die Telekom sieht 2 Pakete vor:
Ohne Zusatzkosten kann jeder Kunde an 7 zusammenhängenden Tagen mit insgesamt 150MB im Internet surfen und nach Verbrauch mit reduzierter Geschwindigkeit von 64kbit/s immer noch online in Verbindung stehen. Dieses Angebot sollte man natürlich unbedingt nutzen und das auch inclusive Schweiz und Türkei. Ab dem 8.Tag kostet dieses 150MB-Kontingent dann 14,95€, was  preislich dann sogar 5 Tagen des Vodafone-ReisePaketePlus’ mit 500MB entspricht und wohl eher eine ungünstige Variante ist.
Als Alternative und Ergänzung in der 2. Woche empfiehlt sich deshalb eher der DayPass M mit 50MB in 24 Stunden für 2,95€.

congstar-Tarife

3. Discounter im D-Netz

Stellvertretend sollen hier die beiden jeweils im D1- bzw. D2-Netz tätigen und direkt zu den beiden großen Akteuren gehörigen Provider kurz analysiert werden:
Congstar für das D1-Netz der Telekom bietet die gleichen Konditionen wie die Telekom selbst nur für einzelne Minutenabrechnungen, also 28cent für abgehende und 8cent für ankommende Gespräche, sowie 9cent für eine SMS. Speziell fürs Surfen im Internet werden 53cent pro 1MB berechnet, oder das Paket Daypass M für 24 Stunden zum Preis von 2,95€.
otelo für das D2-Netz von Vodafone hat für das Roaming nur jeweils ein Paket für das Telefonieren oder das Surfen parat: 5,99€ sind zu zahlen für 50 Minuten Telefonie und genauso 5,99€ für 50 MB und stehen jeweils für eine Woche zur Verfügung. Das kann sich aber auch sehen lassen.

Andere Discounter berechnen für Verbindungen aus dem Ausland die einzelnen Minuten bzw. SMS oder MB zu den momentan aktuellen EU-Preisen. Pakete werden nur für das Surfen angeboten und sind meist etwas teuerer als die Direkttarife der beiden Marktführer Telekom und Vodafone.

otelo-tarife

4. Fazit

Telekom und Vodafone haben durch die neuen EU-Verordnungen nun für das Roaming, also Telefonieren und Surfen im EU-Ausland, sowohl sehr ähnliche als auch moderate Preise, die nicht unbedingt ein böses Erwachen nach dem Urlaub bedeuten müssen. Einzig die Tarife mit den Zusatzgebühren von 75cent für jedes einzelne Gespräch sollte man wohl versuchen zu vermeiden. Dazu bieten aber doch günstige Paketangebote gute Gelegenheit. Noch besser ist es aber, vor allem beim Surfen und E-mailen die von den Urlaubhotels heute schon fast überall kostenlos zur Verfügung gestellten WLAN-Verbindungen zu nutzen und unterwegs dann fast alles offline zu erledigen.

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