Die professionellen Digitalkameras haben es schon auf 25 Megapixel gebracht. Drei High-End-Smartphones können schon mit 12 Megapixel aufwarten; einige haben schon 8 und die 5 wird nun wohl langsam aber sicher zum Standard. Die Frage bleibt zu klären: Braucht man das überhaupt?
Ein sehr auffälliges Modell, das LG in Barcelona vorstellte, war auch mit dem Zusatz “mini” versehen, das GD880 mini. Vom Äußeren her beweist es völlige Eigenständigkeit und eine neue Technologie. Das aus einem Stück gefräste Aluminiumgehäuse veranschaulicht perfekt die Einheit von Technik und Design in einer stabilen Bauweise. Damit kann dieser Winzling mit nur 1cm Dicke immerhin darauf verweisen, das kleinste Touchscreen-Smartphone mit einem 8,1cm-Display zu sein. Auch seine inneren Werte sind eher Maxi. Die schnelle Datenverbindung mittels GSM/EDGE, UMTS mit HSDPA, WLAN, USB 2.0 und Bluetooth 2.1, eine 5-Megapixel-Kamera, MP3-Player und FM-Radio für das Musikformat Dolby-Surround-Mobile 5.1 und ein A-GPS-Empfänger werten es zu einem sehr gut ausgestattetem Alleskönner auf. Zumal es für die meist frequentierten sozialen Netzwerke vorbereitet ist und mit der Möglichkeit der Speichererweiterung bis 32MB aus dem Vollen schöpft. Dazu gibt es gleich noch einen neuen Service, genannt LG Air Sync, der die Datentransfers zwischen Handy und PC schneller und einfacher macht. Was allerdings die Power betrifft, da ist der Akku doch eher mini: mit lediglich 900mAh kann die Kondition für lange Gespräche oder Standby’s nicht sehr anhaltend sein.
Ebenfalls im Zeichen einer intensiven Kommunikation steht eine weitere Neuvorstellung von LG mit dem GT 350, wofür Twitter und Facebook in diesem Handy bereits vorinstalliert sind. Eine vierzeilige QWERTZ-Tastatur erleichtert die Eingabe aller Mails und das 7,6cm große Touchscreen-Display macht sie sehr gut lesbar. Damit zielt es besonders auf sehr junge Käufer, was durch das auffällige Design in 4 grellen Farben unterstrichen wird und dem erfolgreichen LG KS360 nachfolgen soll. Besonderen Anreiz dafür liefert die größere Kamera mit 3,2MegaPixel und eine schnelle UMTS-HSDPA-Verbindung.
Okay, Äther – das ist jetzt nicht mehr so aktuell, wir mobilfunken natürlich nicht so in dicker Luft, aber die brannte nun zur CES ganz schön. Im Wettlauf um uns Kunden ist ein wahres Feuerwerk der Handyraketen entbrannt. Und es ist immer wieder erstaunlich und spannend, was die Telefonbauer so Neues zusammengeschraubt haben. Denn schließlich sollen wir ja nur das Eine kaufen. Dabei fällt die Wahl überhaupt nicht leicht. Und man kommt wohl immer in die gleiche Verlegenheit: hat man sich einmal entschieden, erscheint am Horizont schon wieder das nächste Modell mit noch besseren technischen Möglichkeiten oder coolerem Design. Gerade hier zeigt es sich: bei dieser großen Auswahl kommt es damit sehr auf den persönlichen Geschmack an, auch Empfehlungen helfen nicht immer weiter. Man muß sich also der Mühe unterziehen und soviel Informationen einholen, wie man bekommen kann. Wenn sich aber dann eine Meinung oder ein Wunsch herauskristallisiert hat, dann heißt es auch, abzublocken und sich nicht beirren zu lassen. Tja, das sieht dann schon auch ein bißchen nach einem Glücksspiel aus. Aber so ist es wohl nunmal im Leben, nichts ist perfekt und alles hat Vor- und Nachteile. Es gilt, das Optimum herauszufinden und die technischen Anforderungen mit den preislichen Vorstellungen in Einklang zu bringen. Deshalb hier kurz zusammengefaßt das neueste auf der diesjährigen CES von den bekanntesten Herstellern präsentierte As im Reigen der technischen Mobilitätswunderwerke:
HTC Smart:
Der taiwanesische Hersteller möchte seine Erfolgsserie mit einem Handy fortsetzen, das eine dritte Variante von Betriebssystemen neben WindowsMobile und Android verwendet: sie wurde vom Chiphersteller Qualcomm entwickelt und nennt sich “Brew”. Stark anzunehmen ist, daß es mit dieser Voraussetzung die technischen Möglichkeiten des Prozessors optimal ausnutzen kann und ist damit bestimmt in einem großen Vorteil. Den wird es vor allem für die Kommunikation ausspielen und einen besonders schnellen Zugriff auf EMail und SMS und soziale Netzwerke ermöglichen. Da es lediglich mit einem 7,1cm großem Display und einer 3MegaPixel-Kamera ausgerüstet wird, zielt es auf den Massenmarkt mit einem ausgeglichenen Preis-Leistungs-Verhältnis.
Motorola Backflip:
Einen weiteren Meilenstein hat der Nordamerikanische Hersteller präsentiert: ein neuartiges Sliderprinzip macht die Verbindung des Touchscreen-Displays mit der QWERTZ-Tastatur zu einem neuartigen Erlebnis – ein Prinzip, das sich vielleicht durchsetzen könnte. Auch sonst sind die technischen Details anständig: ein 7,9cm-Display, 5MegaPixel-Kamera und alles, was heute so zu einem Handy gehören sollte.
LG GW990 und GT 540:
Zwei echte Überraschungen hatte LG parat: das GT540 als Smartphone für soziales Networking mit Android und vielen Google-Applikationen, und das GW990 mit einem beeindruckendem 12cm-Touchscreen-Display optimiert für komfortables Surfen im Internet und Multitouchfunktion auf der Android-Basis und dem Linux-basierten Betriebssystem Moblin 2.1 und einer starken 5MegaPixel-Kamera. Dies werden zwei echte Trümpfe: eins im mittleren Preisbereich und das andere als Highend-Klasse.
Samsung S5500 und S5550:
Samsung hat sich im Handybereich auf der CES etwas zurückgehalten. Trotzdem ist zeitgleich durchgesickert, daß von ihnen in der 5er-Serie zwei neue Telefone zu erwarten sind. Auch diese sind besoders für das soziale Networking ausgelegt und sollen jeweils in ihrem Preissegment auf Interessenten stoßen: das S5550 mit einem AMOLED-Touchscreen-Display und einer 5MegaPixel-Kamera und das S5500 mit einem 5,9cm-TFT-Display und einer 3,2MegaPixel-Kamera.
Es bleibt spannend, Neuentwicklungen werden fast täglich bekanntgegeben und die Entscheidung, wann soll man sich welches Telefon zulegen, wird weiterhin eine Gratwanderung beim Anspruch zwischen Technik , Design und Preis. Aber die Freude auf das, was da kommt, die bleibt immer erhalten.
Nokia fehlt, stimmt, aber da kam nicht viel Neues und wir werden uns den Finnen in einem der nächsten Artikel widmen. Auch über SonyEricsson müssen wir dann noch berichten.