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Modulare Smartphones – Von der Fiktion zur Realität

Das Jahr 2016 stand bisher unter dem Stern der modularen Smartphones. Bislang schafften es Motorola / Lenovo und LG als namhafte Hersteller erweiterbare Handys auf den Markt zu bringen, doch es gibt noch weitere spannende Konzepte. In diesem Artikel zeigen wir euch einen Überblick über die wichtigsten modularen Smartphones.

Mit Project Ara fing alles an

Ara developer device 2

Ara developer device 2

Im Jahre 2013 machte die damalige Motorola-Handysparte in Zusammenarbeit mit Google auf die Entwicklung eines innovativen Produkts aufmerksam: das Ara. Hierbei handelte es sich um ein Smartphone, das als Basis ein erweiterbares „Skelett“ hatte, das mit verschiedenen Bausteinen bestückt werden konnte. Dadurch sollten sich Merkmale wie die Kamera oder der Prozessor austauschen lassen. Lange Zeit dümpelte die letztens nur noch unter Google durchgeführte Arbeit vor sich hin, bis es im Mai 2016 einen Durchbruch zu geben schien.

Das modulare Smartphone LG G5 mit 1 GB LTE-Allnet-Flat von Vodafone für 1 €

Project Ara wurde als beinahe final vorgestellt, die Markteinführung schien nicht mehr fern. Aber die Modularität war in der Praxis stark eingeschränkt – eventuell gingen die Entwickler zu enthusiastisch an dieses Produkt heran. Leider wurde Anfang September 2016 von Google letztendlich verkündet, dass Ara eingestellt worden sei.

Fairphone – Modular und transparente Herstellung

Fairphone 2 (c) fairphone

Mit dem Fairphhone 2 ist mittlerweile bereits die zweite Ausführung dieses Modells verfügbar, was dafür spricht, dass das Konzept gut ankam. Bei diesem Smartphone steht das Wort „fair“ zum einen für die Nachhaltigkeit im Endkundenmarkt durch einfach austauschbare Komponenten. Während die meisten Herstellers ihr Smartphone mit massenhaft Kleber und schlecht lösbaren Verkabelungen kreieren, kann beim Fairphone 2 selbst der Schraubendreher angelegt werden. Die Bauteile wie der Chipsatz, die Kamera und der Speicher sind auf einzelnen Modulen leicht erreichbar und können unkompliziert ausgetauscht werden.

Das modulare Smartphone LG G5 mit 1 GB LTE-Allnet-Flat von Vodafone für 1 €

Außerdem steht das Fairphone für eine transparente Herstellungskette. So erhalten die Konsumenten einen Eindruck davon, unter welchen Bedingungen das Handy hergestellt worden sind. Unzumutbare Arbeitsverhältnisse werden bei diesem Handy nicht unterstützt. Da man bei diesem Gerät trotzdem etwas handwerkliches Geschick braucht und die Funktionen nicht aufgerüstet, sondern nur repariert werden können, ist es nur bedingt modular.

LG G5: Modular – aber ohne Module

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Ein Schuss, der wohl nach hinten für den südkoreanischen Konzern losging. Das G5 ist an sich ein klasse Smartphone, wie man auch unserem ausführlichen Test entnehmen kann. Die Modularität ist zudem durch die leicht austauschbare Unterseite des Mobilgeräts gut gelöst. Allerdings ist das Smartphone alles andere als ein Verkaufsschlager, was wohl einer der Gründe ist, weshalb keine neuen Module erscheinen.

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Aktuell gibt es CAM Plus, eine Erweiterung, die mehr Akkukapazität und bessere Kamera-Bedienelemente bietet, und Hi-Fi Plus für besseren Kopfhörerklang. LG kündigte zwar an, dass weitere Firmen an Modulen arbeiten könnten und Unterstützung bekommen, aber fünf Monate nach der Markteinführung im April 2016 verlässt einen langsam der Glauben, dass da noch etwas kommt.

Motorola Moto Z – Nicht wirklich modular, aber erstklassige Mods

moto z mit jbl sound (c) Lenovo

Während bei Ara, Fairphone und G5 tatsächlich ein Austausch vorhandener Komponenten erfolgt, wird beim Moto Z eigentlich eher eine Cover an der Rückseite angebracht. Diese sogenannten MotoMods sind aber wirklich klasse umgesetzt. So kann man das Moto Z beispielsweise um einen Beamer oder um eine Premium-Kamera von Hasselblad mit optischem Zoom erweitern. Für Musik-Fans gibt es außerdem ein MotoMod mit Audiosystem vom Sound-Spezialisten JBL.

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Bei Motorola scheint man sich viel mehr Gedanken um die Erweiterungen an sich als bei der Anbringung gemacht zu haben. Diese erfolgt nämlich magnetisch mittels externer Kontakt-Pins an der Rückseite. Auch weitere Smartphones wie das Moto Z Play und das Moto Z Force verfügen über die Modularität dieses Highend-Handys. Doch in Wahrheit hatte Lenovo, beziehungsweise die Smartphone-Sparte Motorola, nicht als erstes die Idee mit der Erweiterbarkeit über ein Cover.

Nexpaq macht jedes Smartphone modular

Nexpaq (c) nexpaq

Das per Spenden finanzierte Projekt Nexpaq besteht aus einer Lego-artigen Rückseite für gängige Handymodelle. So können beispielsweise das Apple iPhone 6, das Apple iPhone 6s und das Samsung Galaxy S6 mit neuen Funktionen ausgerüstet werden. Ein stärkerer Kamerablitz, ein Laserpointer, ein Temperatursensor oder bessere Lautsprecher stellen nur ein paar der Module dar. Die Preise erstrecken sich von 20 bis 45 Dollar, das Cover an sich schlägt mit 99 Dollar zu Buche.

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Die modulare Nexpaq-Hülle und die Module sollen im ersten Quartal 2017 erscheinen. Sie können im Internet geordert werden, die Auslieferung erfolgt weltweit. Der Kunde kann aus vier verschiedenen Farboptionen, Grün, Schwarz, Rosa und Weiß wählen.

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