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Drahtloses Aufladen

Das drahtlose Aufladen ist ein großes Thema in der Mobilfunkwelt. Doch wie funktioniert diese Technik genau? Wir haben für euch die Stärken und Schwächen des kabellosen Ladeverfahrens aufgelistet, damit ihr sehen könnt, ob dieses futuristisch anmutende System etwas für euch wäre.

Die Entstehung des drahtlosen Aufladens

Ende Juli 2010 gab das Wireless Power Consortium bekannt, dass der Qi-Standard für drahtlose Stromübertragung fertig sei. Erste Smartphones, welche die neue Technologie nutzen konnten ließen aber noch etwas auf sich warten. So waren unter anderem das Nokia Lumia 820, welches im September 2012 auf den Markt kam und das Google Nexus 4, welches im November 2012 veröffentlicht wurde, Vorreiter auf diesem Gebiet. Anfängliche Kinderkrankheiten sorgten allerdings etwas für Frust bei den Konsumenten. Diese wurden aber mittlerweile beseitigt.

So funktioniert der Qi-Standard

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Qi steht passenderweise für das chinesische Wort für Lebensenergie. Eben jene hauchen die passenden Ladestationen auch dem Akku des Mobilgerätes mittels Induktion ein – sofern diese über die vorausgesetzte Technologie beherrschen. Eine Betriebsspannung von 19 Volt und eine Übertragungsleistung von 5 Watt (Low Power) und 120 Watt (Medium Power) wird beim Aufladen eingesetzt. Dabei kommunizieren Smartphone und Station mit 2 Kilobit pro Sekunde. Ganz ohne Kabel geht das Ganze freilich nicht vonstatten, die induktive Ladestation muss natürlich an die Steckdose, denn auch wenn sie den Strom weitergibt, muss sie eben jenen zunächst beziehen können.

Vorteile des induktiven Aufladens

Im Alltag macht sich die Technologie in vielen Bereichen positiv bemerkbar. So entfällt, sofern man die Ladestation stets angeschlossen hat, das mühselige Suchen nach einem Netzteil. Das Mobilgerät muss zudem nirgendwo angeschlossen, sondern lediglich auf die drahtlose Station aufgelegt werden. Das hat zur Folge, dass es keinen Verschleiß beim USB-Anschluss des Smartphones während des Aufladens gibt. Durch den festgelegten Qi-Standard ist es zudem egal, von welchem Hersteller ein Smartphone oder eine Station stammt, da beides stets kompatibel ist. So können auch weitere Mobilgeräte über dieselbe Ladeeinheit verwendet werden. Der optische Aspekt ist auch noch erwähnenswert, denn es wirkt einfach futuristischer, sein Handy simpel irgendwo aufzulegen, anstatt es an einem Kabel hängen zu haben.

Nachteile des induktiven Aufladens

Selbstverständlich gibt es aber auch bei dieser Technologie Schattenseiten. Die Distanz, in der der Strom drahtlos zwischen der Station und dem aufgelegten Gerät übertragen wird beträgt nur wenige Millimeter. Hebt man das Smartphone also hoch, wird es nicht mehr aufgeladen. Somit entfällt ein Telefonieren während des Ladens, außer man nutzt die Freisprecheinrichtung oder ein Headset. Auch das generelle Nutzen des Handys beim Aufladen wird so etwas unbequemer. Des Weiteren ist der Wirkungsgrad der Aufladeprozedur merklich niedriger, als beim traditionellen Aufladen direkt über die Steckdose.

Das bedeutet simpel, dass das induktiv geladene Gerät mehr Zeit benötigt, bis der Akku komplett gefüllt wurde. Der Kostenpunkt ist ein weiterer Faktor. Ein Netzteil liegt fast jedem Mobiltelefon bei – eine drahtlose Ladestation allerdings nicht. Diese sind aktuell auch noch nicht ganz so günstig.

Kompatibilität von Smartphones

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie ein Mobiltelefon für das drahtlose Aufladen genutzt werden kann. Einerseits kann der Hersteller die dafür notwendige Technik bereits im jeweiligen Smartphone verbaut haben, andererseits kann die Funktion auch mittels eines speziellen Akkudeckels oder einer Hülle nachgerüstet werden. Man sollte sich genau beim Hersteller des Mobilgerätes informieren, ob man es mittels Qi-Standard aufladen kann oder ob es eine optionale Erweiterung gibt. Doch wie schon die Ladestation ist auch die entsprechende Hülle derzeit noch etwas teuer.

Alltagscheck mit dem Samsung Galaxy Alpha

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Das Samsung Galaxy Alpha ist ohne Zweifel ein gutes Smartphone und schnitt auch in unserem Testbericht mit Bravour ab. Doch die Funktionalität des drahtlosen Aufladens mittels des Qi-Standards hat das Gerät leider von Haus aus nicht an Bord. Also muss man nochmals knapp 30 Euro für ein spezielles Cover und etwa 60 Euro für eine entsprechende Station hinblättern. Wir haben uns die Technologie in einem ausführlichen Alltagstest mittels beiden Produkten genauer angesehen. Negativ viel zunächst auf, dass das Samsung Galaxy Alpha mit dem „S Charge Cover“ direkt vom Hersteller etwas dicker wurde. Das ist wohl durch die hinzugefügte Technologie nicht vermeidbar gewesen. Das drahtlose Aufladen an sich funktioniert jedoch problemlos.

Die verwendete Qi-Station der Firma Ye!! zeigt sich als rutschfest und praxistauglich. Sie lädt das Galaxy Alpha anstandslos nach der Anbringung des Covers auf. Die Ladezeit beträgt jedoch fast das Doppelte, als wenn man das Smartphone direkt an der Steckdose laden würde. Das Handy erkennt umgehend, wenn es kabellos aufgeladen wird und zeigt eine entsprechende Meldung auf dem Display an. Des Weiteren zeigen Status-LEDs an der Ladestation, ob das aufgelegte Mobiltelefon gerade aufgeladen wird und ob überhaupt Strom fließt.

Fazit

Das drahtlose Aufladen funktioniert zwar einwandfrei, doch ganz ohne Kritikpunkte kommt auch diese Technologie nicht aus. Wenn man während der Ladeprozedur telefonieren möchte wird es kniffelig und die Ladezeit an sich dauert merklich länger, als bei der traditionellen Stromzufuhr. Wer jedoch eine futuristische Variante der Energiezufuhr ausprobieren möchte und das Netzteilsuchen leid ist, für den könnte diese Technik durchaus interessant sein.

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