60.000 Besucher sind auf die diesjährige Mobile World Congress 2011 in Barcelona gepilgert, um sich über die neuesten Trends in der Welt der kleinen Computer zu informieren. Das waren immerhin 20% mehr zahlende Gäste als im vorigen Jahr, auch wenn die absolute Zahl irgendwie nicht besonders hoch aussieht. Immerhin waren drei Viertel aller Besucher auch in der Android-Ausstellungshalle, über 45.000 wenn sich da niemand verzählt hat. Hier gibts dann aber schon einen Zusammenhang: das Interesse wird immer größer an Googles Applikations-Software. Plötzlich wird da nun von Ökosystemen geredet – es soll wohl irgendwie auf die grüne Welle aufspringen, was ein Quatsch. Ökonomisch, das ist zutreffend, aber daran ist beileibe nichts Neues.
Und noch eine Zahl: 12.000 Entwickler, das war immerhin jeder 5. Besucher, nahmen an den Kongressen auf dem App Planet teil, das ist auch ein Zuwachs.
Das größte Aufsehen erreichten diesmal die neuen Tablet‘s. Erst seit einem Jahr hat Apple diesen Markt angefacht. Und nun hat jeder Hersteller ein Exemplar entwickelt. Schön, daß dadurch jetzt auch mehr Wettbewerb ins Spiel kommt. Der Markt wird immer vielfältiger: Home-PC, Notebook, Tablet, Smartphone. Unglaublich was für eine ungeheure Rechen- und Speicherleistung in solch Mini-Elektronik-Geräte inzwischen hineinpaßt. Man muß kein Prophet sein, um eine weitere gewaltige physische Minimalisierung der Bauteile bei gleichzeitiger Maximierung der Kapazitäten der Software und der Erhöhung der Rechengeschwindigkeit zu erwarten.
Auszeichnungen gab es auch. Apple wurde, obwohl als Aussteller gar nicht vertreten, aber in den Köpfen und Diskussionen allgegenwärtig, für die beste Smartphone-Innovation mit dem iPhone 4 ausgezeichnet. Und HTC wurde zum Hersteller des Jahres gekürt.
Diese Smartphones sorgten auf dem MWC am meisten für Furore:
16% mobile Internetnutzer gibt es, also jeder 6. surft unterwegs im WWW. Das steuert auf eine Verdopplung zu, denn 2009 war es nur jeder 11. Wobei mittlerweile fast jeder Deutsche im Internet unterwegs ist, ob zu Hause oder per Smartphone, Laptop oder Tablet. Dabei verwischen sich auch immer mehr die Altersunterschiede. Von 10-Jährigen bis zu den Ü30-ern sind fast alle Web-Fans und dann flacht das Interesse etwas ab, allerdings merklich erst bei den über 60-Jährigen auf etwa die Hälfte. Daraus kann man das Resümee schließen: Das Leben hat das Internet nun schon fast vollständig integriert – Menschen jeden Alters haben jetzt diese digitale Revolution mitgemacht. Klar, daß die heute noch Jungen diesen Anteil immer weiter verstärken. Aber dann gibts vielleicht schon wieder was ganz Neues, das zuallererst von den Jungen neu erobert werden will…
302,6 Millionen Smartphones fanden im Jahre 2010 weltweit neue Käufer laut einer Studie des Marktforschungsteams IDC, berichtet der Blog ZDnet. Damit wurden im Vergleich zum Vorjahr fast 75% mehr Mobile Phones mit einem mobilen Betriebssystem abgesetzt. Das letzte Quartal allein war mit einem ganzes Drittel davon, nämlich über 100 Millionen, nochmal eine verkaufsstarke Zeit.
Wobei etwa jedes Fünfte verkaufte Handy ein Smartphone ist, denn in allen Ländern der Welt wurden insgesamt über 1,6 Milliarden mobile Telefone verkauft.
Etwas über 100 Millionen Smartphones war auch der Jahresanteil der Symbian-Handys von Nokia. Dies ist immerhin ein Drittel des gesamten Absatzes und ein Wachstum von fast 50% gegenüber 2009, bedeutet aber für die Finnen trotzdem einen um 5% auf 28% geschmolzenen Marktanteil. Für die Manager von Nokia hat das ein ziemlich tragisches Ausmaß, denn sie vergleichen ihre Situation schon mit der einer brennenden Ölplattform (naja eine Schlammschlacht wirds hoffentlich nicht und verseuchtes Ozeanwasser kann glücklicherweise auch nicht entstehen). Da ist viel Polemik dabei, wo eigentlich ein solides Ergebnis zu konstatieren wäre. Aber um auch in Zukunft am Markt bestehen zu können, darf Nokia möglichst keine Strömung mehr verpassen. Denn die relativ kurze Erfolgsstory von Apple und Android (der Zuwachs ist unvorstellbare 888% hoch auf nun den gleichen Marktanteil von fast einem Drittel) zeigt, daß sich immer noch viel bewegen läßt auf diesen Hochtechnologiefeldern der mobilen Kommunikation, wenn man gute Ideen einbringt.
Gerade Apple hat auch im Jahr 2010 seinen Absatz kontinuierlich auf fast 50 Millionen Geräte erhöhen können, das macht +90%, und erreichte so mit seinen iPhones einen Anteil von fast einem Sechstel des Marktes. Dabei muß man bedenken, daß andererseits Apple mit diesem Ergebnis die Hälfte des Gesamtumsatzes des Marktes erwirtschaftet hat, also damit auch die höchsten Gewinne erzielen konnte.
Fast gleichauf mit 1 Million mehr Handys liegt RIM mit seinen BlackBerrys und beklagt damit aber einen leicht um 4% gesunkenen Marktanteil.
Davon nochmal die Hälfte machen jeweils die Smartphone-Verkäufe von Samsung und HTC aus, bedeuten aber für die beiden Hersteller fast eine Verdopplung ihrer Marktanteile. Samsung konnte die Zahl der verkauften Geräte damit sogar fast verfünffachen und HTC fast verdreifachen – enorme Steigerungen. Motorola spielt etwa in der gleichen Liga, allerdings bei leicht rückgängigem Marktanteil. Eine sehr übersichtliche Tabelle zum Gesamthandymarkt findet sich hier.
Und für dieses Jahr wird weiteres Wachstum prognostiziert. Zumal die Preise der Bauteile, insbesondere der Prozessoren, weiter sinken. Dadurch werden die Smartphone-Preise immer erschwinglicher und die normalen Handys sind dann nur noch alte Geschichten wie die Dampfmaschine oder Pferdefuhrwerke. Jedenfalls gibt es bald mehr Smartphones und Handys als Menschen auf der Welt leben – es funkt ganz schön auf unserem Planeten!
80 Millionen US-$ Gewinn verbuchte der amerikanische Hersteller Motorola im vierten Quartal 2010 (das sind etwa 58 Mio.€). Nach einer langen Verlustphase stieg erstmalig der Umsatz wieder um 21% auf 3,4 Milliarden $ durch fast 5 Millionen verkaufter Smartphones und sechseinhalb Millionen anderer Handys, fast soviel wie im Vergleich zum Zeitraum 2009 auch. Für das Gesamtjahr ergibt sich trotz des Gewinns leider insgesamt noch ein Verlust in etwa der gleichen Höhe. Immerhin konnte Motorola 2010 über 37 Millionen Mobiltelephone mit fast einem Drittel davon Smartphones absetzen. Da sich das Motorola-Management für die ersten Monate 2011 aber nicht so optimistisch zeigte, sanken die Aktienpreise trotz des Plus’ gleich wieder um 6%. Jedoch erwartet die Unternehmensspitze insgesamt ein erfolgreiches Wachstum für das laufende Jahr. Na dann, Steine aus dem Weg geräumt und weitere Meilensteine setzen, so wird auch der Motor rolla…
3,23 Milliarden US-$ Netto-Gewinn und damit eine Steigerung um 120% ist die Bilanz 2010 des Taschenrechner-Erfinders Texas Instruments. Mit seinen Prozessor-Chips steckt TI in vielen elektronischen Geräten und die sogennannten Embedded PC’s haben den Umsatz dann auch auf respektable 34% wachsen lassen. Vor allem die immer kleinere Bauweise und effektiver werdender Energieverbrauch tragen zum wachsenden Bedarf an Smartphones und mobiler Tablets sowie Notebooks bei. Aber auch der technologische Fortschritt bei Haushaltgeräten zu Wireless-Home-Computern nutzt verstärkt elektronische Bauteile von Texas Instruments.
6 Milliarden Dollar Gewinn konnte Apple im 4. Quartal 2010 verbuchen bei einem um 71% höheren Umsatz von US-$26,74 Milliarden. Wir möchten wirklich kein Statistik-Portal werden oder unseren Fokus zu stark auf Apple legen, aber an diesen Zahlen kommt man heute irgendwie nicht vorbei. Denn Apple hat damit nicht nur selbst die optimistischsten Prognosen übertroffen, sondern seinen Gewinn und den seiner Anleger überproportional gesteigert. Die Aktie von Apple war am Jahresende $6,43 mehr wert, fast 20% mehr als Analysten vorhersagten und 75% mehr als Ende 2009. Das ist schon atemberaubend! Und heute ist zum Beispiel auch schon wieder der vorgestrige Schock durch die krankheitsbedingte Pausierung von “His Steveless” komplett wettgemacht. Geschafft hat Apple diesen Gewinnsprung mit dem Verkauf von über 4 Millionen Mac-PC’s, über 16 Millionen iPhones, rund 20 Millionen iPods und fast 7,5 Millionen iPads. Was aber daran das Verwunderlichste ist: diese Steigerung kommt vor allem durch eine höhere Akzeptanz in den asiatischen Ländern zustande. Da muß jeder Kritiker schon zugeben, irgendwas haben die Apple-Geräte, was andere nicht haben. Denn sie treffen offenbar den Nerv der Nutzer mit bedienerfreundlichen und vielfältigen Anwendungen. Marketing und die charismatische Ausstrahlung von Steve Jobs können die Gründe dafür allein nicht nur sein. Es ist auch die richtige Firmenstrategie mit dem Schwerpunkt auf Alleinstellungsmerkmale der Geräte, die im Ausblick mit riesigen Investitionen schon wieder große Ziele erahnen lassen.
1,5 Millionen Smartphones mit Windows Phone 7 wurden seit dem Verkaufsstart vor drei Monaten bisher verkauft, wie der Blog areamobile berichtet. Darüber sind nicht alle zufrieden, zum Beispiel hatte ein Manager des koreanischen Herstellers LG sich wenig begeistert über die Verkaufszahlen geäußert. Zumindest der Microsoft-Chef Steve Ballmer gab sich dennoch zuversichtlich. Im Vergleich sieht diese Zahl allerdings tatsächlich nicht so rosig aus: Google hat für die gleiche Anzahl von Android-Handys nur 5 Tage gebraucht und Apple gar nur 3. Wobei dies sogar den Voraussagen durch die Marktforscher entspricht, denn die haben der Windows-Plattform lediglich 4% Marktanteil prophezeit.
10 Milliarden Downloads an Apps im Apple Store iTunes sind fast erreicht. Es fehlen noch 200 Millionen (aktueller Wert hier, und sehr beeindruckend: der Zähler läuft fast schneller als die Schuldenuhr Deutschlands), aber die dürften in den nächsten paar Tagen auch geschafft sein. Und wer es packt, genau derjenige zu sein, der die Jubiläums-App abruft, dem winkt ein satter Gewinn von US-$10.000.
Im April 2009 wurde das Herunterladen der 1 Milliardensten App gefeiert, und seitdem hat es nun also eine Verzehnfachung gegeben. Das heißt, in den vergangenen 20 Monaten sind 9 Milliarden Apps auf die iPhones gewandert, im Durchschnitt 450 Millionen pro Monat oder 15 Millionen pro Tag (zum Vergleich: Nokia hat kürzlich 3 Millionen tägliche Downloads gemeldet – in der Spitze dürften es deshalb bei Apple mehr als die zehnfache Menge sein).
75 Millionen iPhones hat Apple seit der Einführung 2007 insgesamt weltweit verkauft. Dazu kommen die Nutzer des iPad und des iPod, die alle Ihre Applikationen laden. Laut einer veröffentlichten Statistik von techcrunch, die wir heute, 17.01.2011, 8 Uhr, als Update einfügen möchten, wurde jedes iPhone bisher mit durchschnittlich über 60 Apps gefüttert.
Von dem Blog engadget ausgehend gab es heute auch Spekulationen, daß für die nächste Generation iPhone 5 ein Doppelkern-Chip von Qualcomm infrage käme, auch um der Konkurrenz Paroli zu bieten – schneller, weiter, größer, besser. Aber das wird nun als reißerische News aufgemacht, keiner weiß was genaues aber alle haben was läuten gehört. Es ist aber andererseits doch klar zu erwarten: das nächste iPhone wird wieder besser als sein Vorgänger. Norrmall, oderrrr???!!!
Update:
Am Samstag, den 15.01.2011, 22Uhr, stand der Zähler bei etwa 9.780.000.000 Downloads.
47,7% Marktanteil hat das Symbian-Betriebssystem von Nokia im November 2010 noch erreicht. Das ist ein großer Vorsprung zum Zweitplatzierten Apple-iOS mit knapp 20% (+4%), bedeutet aber für den Marktführer die Einbuße von fast 11% im Verlaufe eines Jahres. Microsoft hat mit seinem Windows Phone 7 samt Vorgängerversionen weiterhin seinen dritten Platz verteidigt mit ca. 14% und damit einem Minus von knapp 5%, was aber am Start der neuen Software erst in diesem Zeitraum geschuldet sein dürfte. Größten Zugewinn von 9% auf 10,6% verzeichnete Android von Google, während die BlackBerry OS knapp behauptet an 5. Stelle blieb. Diese Statistik vermeldet heise online heute nach einer Pressemitteilung der Marktforscher comScore.
Ähnlich sieht die Aufteilung des Applikationsmarktes des Jahres 2010 in den USA aus, wie heute laut ZDNet im Report des Analysten Distimo gemeldet wurde: unverändert Nokia mit seinem Ovi Market auch als Marktführer, auf dem 2. Platz mit dem größten Wachstum von unglaublichen 600% der Android Market von Google, 3. BlackBerryApp World gefolgt an vierter Stelle von ApplesApp Store und dann erst Windows Phone Apps Marketplace.
300 Milliarden US-$ (das sind ca. 226 Milliarden €), damit hat gleich am ersten Börsentag des neuen Jahres 2011 Apple wieder von sich reden gemacht. Gestern am 3. Januar überschritt das Unternehmen mit dem Apfel-Logo diese Marke an der Börse mit seiner sogenannten Marktkapitalisierung. Am heutigen Börsentag hat Apple mit über $332 pro Aktie diesen Kurs erneut bestätigt, es handelt sich also nicht um ein kurzzeitiges Strohfeuer. Ein unvorstellbarer Wert für eine einzelne Firma, die eigentlich technische Spielzeuge herstellt. Und das trotz technischer Probleme genau zum Jahreswechsel mit der Kalenderfunktion und gleich zum Start des iPhone 4 mit einem Antennenkurzschluß. Apple ist damit immerhin dreimal soviel wert wie HP als größter PC-Hersteller der Welt, 1,3mal soviel wie Microsoft und hat schon 80% des Wertes geschafft, den die überhaupt wertvollste Firma Exxon besitzt.