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LG G3 Test

LG G3
High-End-Smartphone mit 2,5-GHz-Quad-Core-Prozessor, Quad HD-Display und Rear Key, Laser-Autofocus und kabelloses LadenBewertung:55

Phablet oder Smartphone? Die Grenzen verwischen immer mehr und so langsam weiß so mancher Nutzer selbst nicht mehr, was er da eigentlich in Händen hält. Das LG G3 wäre sicherlich noch vor nicht allzu langer Zeit aufgrund seines 5,5 Zoll großen Display als „Phablet“ kategorisiert worden. Doch es handelt sich bei diesem Riesen um ein Smartphone – und es ist das aktuelle Flaggschiff des südkoreanischen Konzerns LG.

Dem Nachfolger des G2 spendierte man ein umfangreiches Update bei der Hardware und legt die Messlatte für die Konkurrenz besonders hoch. Wettbewerbern wie Samsung möchte man vor allem aufgrund der beeindruckenden Quad-HD-Aufösung in die Suppe spucken. Doch ist die hohe Pixeldichte von irrwitzigen 538 ppi im Alltag wirklich ein Mehrwert? Und was spricht sonst noch für die Anschaffung des LG-Leitwolfs?

Wir haben uns das LG G3 genauer angesehen und sagen euch, ob das Galaxy S5 und auch das Apple iPhone 6 Plus zittern müssen.

Ausgepackt und angeschaut

Wie ist der erste Eindruck?

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Die Verpackung kommt in Form einer strukturierten, goldenen Kartonage daher, welche in Silber groß den Namen des Gerätes aufzeigt. Die in Dunkelbraun gehaltene Rückseite offenbart auf einem Aufkleber die wichtigsten Spezifikationen des Gerätes. Optisch macht die Verpackung viel her, doch wichtiger ist, was drinnen steckt. Schön säuberlich unterteilt in zwei Pappebenen findet man im Karton zunächst das LG G3 an sich und darunter das Zubehör.

Dieses wurde, wie bei den meisten Herstellern, auf das Nötigste beschränkt. Unser weißes Gerät bekommt auch passend in dieser Farbgebung einen In-Ear-Kopfhörer, ein Micro-USB-Kabel, einen Netzadapter und eine Schnellanleitung. Mehr braucht man auch nicht zum reibungslosen Betrieb. Das LG G3 an sich wirkt zwar optisch sehr ansprechend, bei der Materialwahl hätte der Hersteller aber ruhig eine Schippe drauflegen können.

Das Gerät besteht komplett aus Plastik, auch wenn die Rückseite einem Aluminium vorgaukeln möchte. Wie schon die strukturierte Kartonage imitiert auch der Akkudeckel dieses Leichtmetall. Das verwendete Kunststoff des Rückenteils fühlt sich auch sehr robust an und das Gerät liegt rutschfest in der Hand, dennoch wäre, zumindest beim Rahmen, der Einsatz von Metall wünschenswert gewesen. Es gibt keine Störgeräusche und die Spaltmaße sind durch die Bank gleichmäßig.

Haptisch macht das LG G3 einen sehr guten Eindruck, auch wenn hier mehr drin gewesen wäre. Wie schon das G2 und das G Flex kommt auch dieses Gerät mit den ungewöhnlichen, rückseitigen Tasten daher. Das sorgt sicher bei den Käufern zunächst für Verwirrung, weil man automatisch die Seiten des Gerätes nach der Lautstärkewippe und dem Ein-/Ausschalter abtastet. Doch schon nach kurzer Zeit hat man sich an die Änderung der Bedienelemente gewöhnt.

Zudem kann man mit der oberen Lautstärketaste eine Notiz-App starten und mit der unteren Lautstärketaste die Kamera einsatzbereit machen. Das sind im Alltag durchaus praktische Funktionen. Optional kann man das Display auch per zweifachem Tippen ein-, beziehungsweise, ausschalten. Schade: Die rückseitige Benachrichtungs-LED ist verschwunden, beim LG G2 und beim LG G Flex konnte man noch auf dem Ein-/Ausschalter zusätzlich über Benachrichtigungen informiert werden.

Die Lautsprecherbox befindet sich auf der Rückseite im unteren Bereich. Durch die gewölbte Form des Handys liegt es nicht ganz plan auf dem Tisch, was der Akustik beim Musikhören etwas zugute kommt. Dies hat aber den Nachteil, dass es schon bei leichtem Antippen wippt.

Die Technik des LG G3

Was steckt unter der Haube?

Da die Hauptkonkurrenten das Sony Xperia Z2 / Z3, das Samsung Galaxy S5 und das HTC One (M8) sind, wildert LG auch bei den Spezifikationen in deren Gewässern. Eines hat der Konzern den Rivalen aber voraus, nämlich den Einsatz eines Quad-HD-Displays, im Volksmund auch gerne „2K“ oder „QHD“ genannt. Üppige 2.560 x 1.440 Pixel auf 5,5 Zoll – das schaffen die meisten Fernsehgeräte oder PC-Bildschirme nicht.

Dazu gesellt sich ein Snapdragon 801-Chipsatz, welcher auch im Galax S5, Xperia Z2 / Z3 und im HTC One (M8) steckt. Der Arbeitsspeicher fiel mit 3 GB RAM sehr üppig aus und intern hat der Nutzer 32 GB, die er auch erweitern kann. Mit Android 4.4.2 KitKat erhält man ein sehr aktuelles Betriebssystem. LG möchte aber nicht nur beim Display, sondern auch bei der Kamera für offene Münder sorgen.

Deshalb wurde ein optischer Bildstabilisator und ein Laser-Autofokus integriert. Ob beide was taugen, erörtern wir später.

Hier nun die technischen Daten des LG G3 im Überblick:

  • 5,5 Zoll Display mit 2.560 x 1.440 Pixel
  • Snapdragon 801 Ouad-Core-Chipsatz (4x 2,5 Gigahertz)
  • 3 GB RAM
  • 32 GB interner Speicher, erweiterbar per microSD
  • 13-Megapixel-Kamera hinten, 2.1-Megapixel-Kamera vorne
  • WLAN mit schnellem ac-Standard, Bluetooth 4.0, A-GPS, 3G, 4G
  • Micro-USB, 3.5-Millimeter-Klinkenanschluss
  • Micro-SIM-Kartenschacht
  • 3.000 mAh umfassender Akku (austauschbar)
  • Android 4.4.2 KitKat
  • Laser-Autofokus, optischer Bildstabilisator

Das Display

Quad-HD: Mehrwert oder Marketinggewäsch?

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Heiliges Highend-Smartphone! Eine Quad-HD-Auflösung – das ist schon eine Ansage. Das Ganze kommt dann auf einem 5,5 Zoll großem IPS-LCD-Display daher. Doch will der Hersteller mit dieser üppigen Pixeldichte von 538 ppi nur die Werbetrommel rühren, oder ist der Einsatz tatsächlich sinnvoll? Hundertprozentig überzeugen konnte uns der Bildschirm des LG G3 im Test nicht.

Bei den Homescreens, der App-Schublade und den meisten Apps an sich bemerkt man keinen Unterschied gegenüber einer Full-HD-Auflösung. Selbst im Vergleich zum von uns zuvor getesteten Samsung Galaxy Alpha mit einfacher HD-Auflösung fielen kaum Vorteile auf. Die Schrift liest sich etwas schärfer und auch die Symbole verpixeln bei noch so genauem Hinschauen nicht, mehr Inhalte im Vergleich zur Konkurrenz bekommt man aber meist nicht auf dem Display angezeigt.

Das setzt sich auch im Browser fort. Unter Google Chrome zeigen sich bei gleicher Zoomstufe im Vergleich zu anderen Geräten mit Full-HD oder HD-Auflösung nur wenige Zeilen mehr bei der Darstellung. Das Android-Betriebssystem und dessen Apps scheinen einfach noch nicht auf solch eine Pixelflut vorbereitet zu sein. Doch beim Multimedia-Bereich sieht das anders aus. Bei Filmen und auch bei Fotos merkt man einen deutlichen Unterschied.

Alles wirkt schärfer und natürlicher. Bei Spielen ist das ebenfalls der Fall. Sofern man das Smartphone also gerne für Filme oder Fotos nutzt und ab und an ein Spielchen wagt, bekommt man beim LG G3 das Beste vom Besten. In anderen Bereichen ist der Unterschied allerdings kaum erwähnenswert. Die maximale Helligkeit des Displays ist durchaus hoch, was dem Gerät dann auch bei hoher Sonneneinstrahlung nicht viele Probleme bereitet.

Die Blickwinkel und Kontraste sind ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau und auch aus noch so schrägen Winkeln heraus kann man das LG G3 noch gut ablesen.

Sound und Telefonie

Gibt das LG-Flaggschiff auch beim Klang den Ton an?

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Stereo-Lautsprecher verbaute LG leider im G3 nicht. Man ist auf die kleine Box links unten an der Rückseite beschränkt. Diese soll laut Spezifikationen aber 1W haben, was für ein Smartphone durchaus beachtlich ist. In der Tat entpuppt sich das LG G3 als ziemlich laut. Es reicht definitiv, um auch größere Räume ausreichend zu beschallen. Dabei vibriert das Gerät zwar merklich auf den höheren Lautstärkestufen, dennoch wird der Klang nur minimal verzerrt.

Die grundlegende Klangcharakteristik des LG G3 ist sehr harmonisch und liefert klare Töne im mittleren und hohen Bereich. Auf Bässe muss man aber auch bei diesem Gerät verzichten. Durch die hintere Position der Box kann es aber zu kleinen Einbußen kommen, wenn man das Gerät mit der Rückseite auf den Tisch legt. Keine Einschränkung gab es während des Tests der Telefonie. Der Empfang war stets auf einem hohen Niveau, Verbindungsabbrüche gab es keine.

Unsere Gesprächspartner konnten uns stets deutlich verstehen und auch wir wurden von unserem Gegenüber gut wahrgenommen.

Der Performance-Check

Wird die hohe Auflösung zum Stolperstein?

Ein Snapdragon 801-Chipsatz ist nach wir vor einer der schnellsten seiner Zunft. Nicht umsonst kommt dieser in fast sämtlichen derzeitigen Flaggschiffen der Konkurrenz zum Einsatz. Doch bremst die extrem hohe Auflösung, die immerhin das Doppelte von Full-HD und sogar das Vierfache von HD beträgt das LG G3 aus? Nicht so viel wie gedacht, aber eine reduzierte Leistung gegenüber der Full-HD oder HD-Konkurrenz mit gleichem Chipsatz muss man beim LG G3 in Kauf nehmen.

Knapp unter 40.000 Punkten in AnTutu 5 konnte das Gerät erreichen. Das sind 4.000 Punkte weniger als das Samsung Galaxy S5 mit Full-HD-Display bietet und 8.000 Punkte weniger, als das Samsung Galaxy Alpha schafft. Beim 3DMark sieht der Wert mit über 14.000 Punkten aber recht ordentlich aus. Doch solche Benchmark-Apps, die man für die synthetische Leistungsmessung von Mobilgeräten nutzt, sind nur die halbe Miete.

All die hohen Werte bringen nichts, wenn es im Alltag ärgerliche Ruckler gibt. Doch auch hier können wir Entwarnung geben – das LG G3 agiert in allen Bereichen äußert flüssig. Sei es nun bei den Homescreens, der App-Schublade, den Apps an sich oder in den Menüs, man hat stets ein verzögerungsfrei agierendes Smartphone. Das ist dem schnellen Chipsatz zu verdanken, dessen vier Kerne mit je 2,5 Gigahertz auch ordentlich Leistungsreserven haben.

Beim Arbeitsspeicher gibt es übrigens zwei verschiedene Ausstattungen. Entscheidet man sich für das LG G3 mit 16 GB internem Speicher, bekommt man auch nur 2 GB RAM. Wählt man hingegen die 32-GB-Variante sind es sogar 3 GB RAM. Beide Fälle reichen mehr als aus, um auch heftiges Multitasking ohne Probleme zu bestehen. Bei dem von uns getesteten 32-GB-Modell mit 3 GB RAM hatten wir nie Probleme beim flüssigen Arbeiten, auch wenn noch so viele Apps parallel geöffnet waren.

Der Grafikchip Adreno 330 zeigt sich ebenfalls als sehr potent und stellt auch die aufwändigsten 3D-Spiele ohne Probleme dar. Man hat also mit dem LG G3 ein wahres Kraftpaket.

Apps und Software

Alles so bunt hier...

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Ist das noch Android? Diese Frage stellen sich sicher viele, wenn sie die teils stark verbastelten Oberflächen der Hersteller sehen. Lgs UI kommt in der Version 4.0 mit dem G3 daher und bringt viele Funktionen und Einstellungen mit sich, die den Anwender anfangs aber überwältigen. Der von LG gewohnte Overkill bei den Farben wurde zwar etwas eingedämmt, dennoch erkennt man an allen Ecken und Enden die Vorliebe des Herstellers für das Bunte.

Doch betrachten wir uns die Oberfläche, angefangen beim Entsperrbildschirm nun genauer. Dieser bietet neben der Anzeige von Uhrzeit und Datum auch diverse Schnellzugriffe. So kann man auf die Telefon-App, die SMS-App, eine Notiz-App, die Galerie und die Kamera mit einem Fingerdruck zugreifen. Entsperrt wird standardmäßig mit einem Wisch in eine beliebige Richtung. LG verbaute keine physischen Menütasten, sondern geht den Weg, den viele Firmen mittlerweile bei ihren Smartphones gehen.

Die Navigation des Handys erfolgt über eine kleine Leiste am unteren Rand des Bildschirmes. Hier sieht man die üblichen Verdächtigen „Zurück, Home, Multitasking“. Diese kann man auch farblich anpassen und in der Reihenfolge ändern. Früher war solch eine Integration von Bedienelementen bei Android teils ein Nachteil, weil es effektiven Bildschirmplatz raubte.

Mittlerweile wechseln aber die meisten relevanten Apps, Videos und Spiele in einen Vollbildschirmmodus, welcher die Menütasten ausblendet. Man kann diese dann mit einem Wisch von der oberen Bildschirmhälfte nach unten wieder sichtbar machen. Bei den Homescreens kann man standardmäßig durch drei Bereiche manövrieren. Ganz links findet man Infos zur Gesundheits- und Fitness-App „LG Health“ und eine Art Fremdenführer namens „Smart Tips“.

In der Mitte ist schließlich der Haupt-Homescreen, in dem man allerlei Widgets, sowie Verknüpfungen zu Apps parken und sich beispielsweise das Wetter und die Uhrzeit anzeigen lassen kann. Dasselbe gilt dann auch für den letzten Homescreen ganz rechts. Die App-Schublade wurde in zwei Bereiche unterteilt. Anwendungen und Widgets lassen sich hier aufstöbern und nutzen. Eine integrierte Suche hilft schließlich, dass man im App-Dschungel nicht verloren geht.

Die Menüs wurden in „Netzwerke“, „Töne“, „Anzeige“ und „Allgemein“ unterteilt. Als Software-Features hat LG noch die bekannte Möglichkeit, per zweifachem Klopfen auf das Display eben jenes zu aktivieren, beziehungsweise zu deaktivieren, integriert und auch eine Funktion, um mehrere Apps gleichzeitig zu nutzen ist vorhanden. Eine Universalfernbedienung findet sich ebenfalls wieder, diese zeigte sich in unseren Tests aber als äußerst zickig.

Keines unserer getesteten Geräte wollte mit der Applikation zusammenarbeiten – schade. An sich ist die Oberfläche aber ein guter Fortschritt im Vergleich zur vorherigen Version. Das LG G3 wirkt aufgeräumter und weniger bunt.

Die Kamera im Fokus

Taugen Laser-Autofokus und optischer Bildstabilisator etwas?

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Irgendwie hat man LG bisher nicht so ganz auf dem Schirm, wenn es um tolle Kameras in Smartphones geht. Hier zeigen sich meist Samsung, Apple und auch Sony an vorderster Front. Doch LG möchte mit der Technik im G3 auch Fotofreunde anlocken. Dafür soll die 13-Megapixel-Kamera sorgen, welche Unterstützung von einem optischen Bildstabilisator und einem Laser-Autofokus bekommt. Doch sind das tatsächlich wichtige Elemente oder eher Spielerei?

Das Autofokussystem muss ich tatsächlich loben. Auch bei schlechtem Licht erwies sich die Kamera damit als sehr treffsicher. Ein optischer Bildstabilisator ist ebenfalls ein großer Mehrwert, denn oftmals verwackelt man, ohne das man sich dessen bewusst wäre, bei der Aufnahme und ärgert sich nachher über unscharfe Fotos. Der LED-Blitz hingegen weiß weniger zu begeistern. Die Ausleuchtung zeigt sich als nicht sehr harmonisch, was aber sicher per Software nachjustiert werden kann.

Nahe Objekte werden oft unterbelichtet und wenn man mit wenig Licht ganze Räume fotografiert werden diese teils zu hell eingefangen. Auch die Farbtemperatur wird beim Einsatz des LED-Blitzes sichtlich verfälscht. Die generelle Bildqualität des LG G3 zeigt sich durchaus auf einem hohen Niveau. Dem Vergleich mit dem Samsung Galaxy Alpha konnte das Gerät bei normalen Lichtbedingungen standhalten und zeigte natürliche Farben und viele Details, sowie eine Schärfe bis zu den Bildrändern hin.

Bei viel Sonneneinstrahlung zeigt sich die Kamera aber überfordert. Die Bilder wirken verbleicht und weniger scharf und auch die Kontraste gehen teils verloren. Das LG G3 entpuppt sich auch beim Videomodus als Pixelmonster. Man kann Filme mit bis zu 3.840 x 2.160 Pixeln aufnehmen. Das mutet zwar beeindruckend an, hat aber einen gehörigen Nachteil, denn die meisten Menschen können kaum etwas mit diesen Filmen anfangen. Fernsehgeräte und PC-Bildschirme mit 4K-Display sind aktuell nicht sehr verbreitet.

Somit kann man sich die aufgenommenen 4K-Filme zwar ansehen, alle Details wird man aber nicht erkennen können, außer man zoomt in das Bild hinein.

Navigations-Chek

Taugt das LG G3 als Fremdenführer?

Selbstverständlich hat man auch beim LG G3 nicht auf einen Navigationschip verzichtet. Der Satfix geht auch sehr schnell von Statten, binnen weniger Sekunden hat man schon mehrere Satelliten entdeckt und der Standort ist bis auf wenige Meter genau bestimmt. Dies setzt aber den Einsatz von A-GPS, also der Standortbestimmung mithilfe des Internets voraus. Einmal Empfang bleibt dieser auch konstant und sehr genau.

Auf unserer Testfahrt hat uns das LG G3 sicher zum Ziel gelotst. Wir befinden uns aber auch in einer Großstadt, bei Gebieten mit schlechtem Internetfempfang ist der Einsatz eines Smartphones als Navigationsgerät nur im Notfall zu empfehlen. Denn ohne den Einsatz der A-GPS-Technik dauert es auch beim LG G3 sehr lange, bis der Standort gefunden wurde.

Internet und Telefon-Empfang

Surfgenuss oder Empfangsfrust?

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Zwar verfügt das LG G3 nicht wie beispielsweise das Samsung Galaxy Alpha über ein Modem mit LTE CAT6, aber der LTE CAT4-Standard ist beim derzeitigen Ausbau des Netzes immer noch mehr als ausreichend. Hier sind Geschwindigkeiten von bis zu 150 Mbit/s im Download und bis zu 50 Mbit/s im Upload möglich. Tatsächlich zeigte sich das LG G3 auch als temporeich im mobilen Internet.

Wann auch immer der Empfang von LTE möglich war, enttäuschte uns das südkoreanische Flaggschiff nicht. Je nach Netzbetreiber und Tarif ist man selbstredend bei der möglichen Geschwindigkeit beschränkt, doch das maximal mögliche war bei diesem Smartphones in Ecken mit gutem Empfang stets gegeben. Beim Heimnetzwerk konnte das LG G3 ebenfalls seine Muskeln zeigen.

Bei WLAN 802.11 im ac-Standard ist eine hohe Bandbreite möglich und wir konnten sehr schnell auch die größten Apps herunterladen. Verbindungsabbrüche gab es ebenfalls nicht. Der Empfang war stets stabil und schnell und alle bekannten Netzwerke wurden ohne Probleme erkannt.

Akkulaufzeit

Reichen 3.000 mAh bei einem 2K-Display?

Bisher waren wir größtenteils positiv dem LG G3 gegenüber gestimmt. Doch auch wenn 3.000 mAh für ein Full-HD mehr als ausreichend sind, mutet diese Zahl für ein Gerät mit der doppelten Auflösung etwas knapp an. Wird man mit diesem Smartphone also zum häufigen Aufladen verdonnert? Als Ausdauerkönig zeigt sich das LG G3 in der Tat nicht. Etwas über 21 Stunden waren im Standby möglich.

Bei unserem Testverfahren lassen wir das Display stets auf 90% Helligkeit, lassen alle Funkstandards angeschaltet und nutzen das Gerät aktiv 3 Stunden. Dabei werden aufwändige 3D-Spiele gespielt, Messenger wie WhatsApp verwendet und im Internet gesurft. Dies ist also kein Spitzenwert, dennoch nicht so schlimm, wie befürchtet. Auch mit einer intensiven Nutzung sollte man mit dem LG G3 also über einen Tag kommen.

Sicherlich wäre hier mit einem Full-HD-Display mehr drin gewesen, zudem muss man auch noch beachten, dass ein IPS-LCD-Bildschirm mehr Strom verbraucht, als die AMOLED-Gegenstücke, welche von Samsung verwendet werden. Eventuell wird sich der Akkuverbrauch aber in naher Zukunft senken. Denn kurz vor dem Verfassen dieses Testberichtes haben wir neue Updates auf dem Gerät bekommen, welche unter anderem die Laufzeit steigern sollen.

Fazit

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LG wollte den Mobilfunksektor mit einem nahezu perfekten Smartphone begeistern. Doch neue Techniken bergen oft auch Tücken. Vor allem, wenn man der Zeit zu weit voraus eilt. So bringt einem das beworbene Quad-HD-Display nur bei gewissen Anwendungsgebieten wie Fotos, Filmen und Spielen einen Vorteil und saugt ansonsten verstärkt am Akku. Doch auch der Chipsatz des Gerätes wird mehr als sonst beansprucht, was eine allgemeine Leistungsminderung mit sich bringt.

Auch die Verarbeitung hätten wir uns hochwertiger gewünscht. Das LG G3 weiß aber trotzdem in vielen Disziplinen zu überzeugen. Der Sound ist durchaus gut, die Kamera kann bei guten Lichtverhältnissen mit den aktuellen Flaggschiffen mithalten und der Internetempfang ist erstklassig. Durch den schnellen Chipsatz und dem üppigen Arbeitsspeicher ist man zudem auch in Zukunft auf der sicheren Seite.

An diesem Smartphone wird man also lange Freude haben, sofern man nicht den erhofften Quantensprung erwartet.

Das LG G3 im Vergleich mit der Konkurrenz

Das Samsung Galaxy S5 bietet ein kleineres Display, welches „nur“ mit Full-HD daher kommt. Der Chipsatz ist der gleiche und beim Arbeitsspeicher kommt es darauf an. Das Galaxy S5 ist mit 2 GB RAM auf einem Niveau mit dem LG G3 16 GB, aber unterhalb der 3 GB RAM des LG G3 32 GB. Bei Samsung erhält man eine höhere Akkulaufzeit und eine etwas höhere Performance. DasAppleiPhone 6 Plus hat ein gleichgroßes Display, aber auch „nur“ 1.920 x 1.080 Pixel.

Diese reichen im Alltag aber vollends aus. Den Speicher kann man beiAppleallerdings nicht erweitern und der Anschaffungspreis ist sehr hoch. Bei der Leistung erhält man aber ebenfalls ein Plus. Falsch macht man mit keinem der drei Geräte etwas, es kommt vor allem auf die eigenen Bedürfnisse an und wie viel man bereit ist, für ein gutes Smartphone auf den Tisch zu legen.

Für einen Preis ab 379 Euro für die 16-GB-Version und ab 449 Euro für die 32-GB-Variante ist das LG G3 (Stand Oktober 2014) ohne Vertrag zu haben



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