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Markt der Handytarife ist in Bewegung

Als Mitte der Neunziger Jahre Mobilfunk auch für die breite Masse der Menschen verfügbar wurde, waren waren nicht nur die Handys noch recht groß, auch die Tarifauswahl beschränkte sich auf wenige Anbieter. So gab es im September 1995 gerade einmal 136 verschiedene Handytarife, heute sind es weit über 1.000. Die anfänglichen Minutenpreise lagen bei 75 Cent, dazu kam eine monatliche Grundgebühr von über 40 €, Inklusivpakete oder Flatrates waren noch völlig unbekannt. Erst mit der zunehmenden Anzahl an Mobilfunknutzern wurden die Minutenpreise günstiger und die ersten Tarife mit bestimmten Inklusivkontingenten wurden angeboten. 2005 startete der erste Mobilfunkdiscounter und sorgte für einen erneuten Preisrutsch. Die günstigsten Anbieter verlangen inzwischen nur noch 20 € im Monat für eine Flatrate in alle deutschen Netze inklusive einer SMS- und Daten-Flatrate.

Viele Anbieter auf dem deutschen Markt

Trotz der großen Tarifvielfalt gibt es nur vier verschiedene Netzbetreiber in Deutschland. Die Telekom, Vodafone, O2 und E-Plus betreiben jeweils ein eigenes Netz, alle anderen Tarifanbieter nutzen diese Netze und treten gegenüber dem Kunden als Serviceprovider auf. Vodafone und die Telekom betreiben jeweils ein D-Netz, diese sind deutschlandweit sehr gut ausgebaut und selbst in ländlichen Bereichen gibt es kaum Empfangsprobleme. Die E-Netze von O2 und e-plus sind nicht ganz so gut ausgebaut und gerade in ländlichen Bereichen gibt es einige weiße Flecken in der Netzabdeckung. Selbstverständlich verfügen auch die Netzbetreiber über eigene Tarife, diese sind aber in der Regel etwas teurer als die Tarife der Provider. Dafür unterhalten die Netzbetreiber aber in jeder größeren Stadt Servicebüros, die bei Fragen zu Mobilfunkverträgen auch vor Ort helfen können. Die meisten Provider unterhalten keine eigenen Niederlassungen und sind nur telefonisch oder online erreichbar.

Große Anzahl von Handytarifen mit noch mehr Optionen

Auf dem Markt gibt es zwei verschiedene Tarifmodelle, Prepaid und Postpaid. Postpaid-Modelle sind in der Regel mit einer festen Vertragslaufzeit ausgestattet, üblich sind derzeit 24 Monate. Kunden können beliebig viel telefonieren und im Internet surfen, am Ende des Monats gibt es eine Abrechnung, die per Lastschrifteinzug bezahlt wird. Zu diesen Verträgen kann in der Regel auch ein subventioniertes Handy erworben werden. Bei Prepaid-Modellen gibt es in den meisten Fällen keine Vertragslaufzeit. Gespräche und Datenübertragungen werden auf Guthabenbasis abgerechnet. Das Guthaben kann entweder über Karten im Handel erworben oder per Bankeinzug aufgeladen werden. Bei einigen Serviceprovidern gibt es aktuell auch Modelle ohne Vertragslaufzeit, die nachträglich per Lastschrift bezahlt werden können. Zusätzlich gibt es dabei die Möglichkeit, das Guthaben bereits im Vorwege aufzuladen.

Wie man den optimalen Handytarif findet und auf was man achten sollte

Bei weit mehr als 1.000 Tarifen ist die richtige Auswahl des Anbieters gar nicht so einfach. Wer einen neuen Handytarif sucht, sollte sich zuerst Gedanken über sein eigenes Nutzungsverhalten machen. Wer nur wenig telefoniert, dafür aber viele SMS schreibt und mit dem Smartphone unterwegs online sein möchte, braucht nicht unbedingt einen Tarif, der kostenlose Gespräche in alle Netze ermöglicht. Eine Kombination aus SMS- und Daten-Flatrate ist dann sinnvoller. Da mittlerweile viele verschiedene Provider Daten-Flatrates anbieten, sollte auch dafür das Nutzungsverhalten überprüft werden. Gerade günstige Anbieter gewähren nur ein begrenztes Datenkontingent. Ist dieses erreicht, wird die Geschwindigkeit bis auf ISDN-Niveau gedrosselt und ein flüssiges Surfen ist nicht mehr möglich. Wer den Mobilfunktarif sogar als Ersatz für einen Festnetzanschluss nutzen möchte, sollte auf möglichst hohe Datenkontingente achten. Die Entscheidung zwischen Postpaid- und Prepaid-Tarif ist meistens an die Auswahl eines Handys gekoppelt. Wer sein Handy lieber separat kauft, fährt mit einem Prepaid-Tarif günstiger, wer ein Handy für einen geringen Preis dazuerhalten will, sollte einen Postpaid-Tarif wählen. Wer beruflich oder privat öfters im EU-Ausland unterwegs ist und ein Smartphone besitzt, sollte bei der Auswahl des Tarifs auch auf die Kosten für Datenverbindungen im Ausland achten. Während die Tarife der großen Netzbetreiber meistens auch Datenpakete im Ausland enthalten, die sich zubuchen lassen, gibt es bei den kleineren Providern meist kein passendes Paket und die Nutzung wird je Megabyte oder je Minute abgerechnet.

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